Kategorie: Event

Surfing with breastcancer is possible - Trancalmate
EventEmpowermentSurfen als Therapie

Trancalmate – Surfen und Brustkrebs

Willkommen bei Trancalmate

Eine Woche ganz im Zeichen des Surfens für Frauen mit oder nach Brustkrebs – eine Woche, in der wir gemeinsam die Wellen erkundeten, tief durchatmeten, Geschichten teilten und die Energie des Ozeans auf uns wirken ließen.
Mein Name ist Angie, ich bin Surfcoach bei NOMB Surf und Mitgründerin von NOMB Changes – und auch in diesem Jahr hatte ich die Ehre, Teil des Trancalmate Camps in Galicien zu sein.

Was für eine Woche das war! Trancalmate fühlte sich an wie eine kleine Blase, in der Alltags­sorgen verschwanden und der Ozean den Rhythmus vorgab. Schon beim allerersten Begrüßungscafecito und der Einführung ins Camp lag Neugierde und Aufregung in der Luft. Jede Frau brachte ihre eigene Geschichte mit – und doch merkten wir schnell, wie viel uns verbindet: der Wunsch, etwas Neues auszuprobieren, der Mut, sich in die Wellen zu wagen, und die Offenheit, jedes Abenteuer willkommen zu heißen, das diese Woche bereithielt.

Sonnenaufgangs-Yoga und Meeresabenteuer

Während ich meine Morgen mit der Vorbereitung der Surfsessions verbrachte, startete die Gruppe sanft mit Annas Yoga bei Sonnenaufgang. Ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich in den Tag hineinstreckten, gemeinsam atmeten, während der Himmel orange leuchtete, war eine wunderschöne Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Ruhe zu finden, bevor der Trubel des Tages beginnt. Später wurden die Matten wieder ausgerollt – manchmal auf der Dachterrasse, manchmal direkt am Strand bei Sonnenuntergang. Auch wenn ich selbst nicht an den Sessions teilnahm, konnte ich ihre Wirkung spüren: entspanntere Gesichter, mehr Lachen und eine Energie, die bis ins Line-up getragen wurde.

Surfen und Brustkrebs – Wellen reiten, Freude finden

Und dann war da noch das Surfen. Oh wow, das Surfen! Galicien verwöhnte uns mit wunderschönen Wellen an verschiedenen Spots. Jede Welle hatte ihren eigenen Charakter – manche sanft und verzeihend, andere frech und herausfordernd. Von der allerersten Surfeinführung und Materialausgabe bis hin zu unseren nerdigen Theoriesessions über Gezeiten, Forecasts und Sandbänke lernten wir, den Ozean mit anderen Augen zu sehen. Für viele Teilnehmerinnen bedeutete Surfen mit/nach Brustkrebs nicht nur, Wellen zu reiten, sondern auch, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu finden.

Surfen mit/nach Brustkrebs – genau wie Surfen ohne – geht um die Freude, das Gleiten des Boards zu spüren, sich einen Platz im Ozean zurückzuerobern und kleine Erfolge zu feiern, die sich in Wahrheit riesig anfühlen. Einer meiner Lieblingsmomente war es, die Frauen ins Line-up paddeln zu sehen, zurück zum Strand zu blicken und es dann zu wagen: das erste Mal aufzustehen, mit offenen Armen und strahlenden Gesichtern. Die Anfeuerungsrufe aus dem Wasser, das Kichern nach einem Wipeout, die Entschlossenheit, es noch einmal zu versuchen – es ist schwer in Worte zu fassen, was das mit einem macht.

Mit Liebe gekocht von Camp-Chefin Ray

Nach so viel Salzwasser war es unsere Köchin Ray, die uns alle wieder an Land brachte. Ihre Frühstücke wurden legendär: bunte Obstplatten, die uns mit Energie für viele Stunden im Wasser versorgten. Die Abendessen waren ein wahres Fest der Aromen – mit Pesto-Abenden, frischem Gemüse und Gerichten, die uns lange am Tisch verweilen ließen, auch wenn die Teller schon leer waren.

Essen bei Trancalmate war mehr als nur Ernährung. Es war Geborgenheit, Gemeinschaft – und ein Grund, bis spät zu lachen und zu plaudern.

Kleine Momente, die groß wurden

Ja, wir haben gesurft und Yoga praktiziert – aber die Magie passierte auch dazwischen. Ein Cafecito im “Abierto todo el año” nach einer kühlen Morgensession. Lange Spaziergänge durch die Dünen, bei denen die Gespräche so leicht flossen wie die Gezeiten. Zeitraffer-Sonnenuntergänge von der Dachterrasse. Ein Shopping-Trip nach Pontevedra und zum Touristenmarkt in La Toxa. Eine Pool-Party, bei der niemand trocken blieb. Und ein verrücktes Schabernackwichteln, das uns Tränen lachen ließ. Selbst der kaputte Reifen wurde zu einer Geschichte, über die wir sicher noch lange schmunzeln werden.

Diese kleinen Abenteuer machten die Woche echt, vielschichtig, lebendig. Dieses Camp war kein abzuarbeitendes Programm für Frauen mit oder nach Brustkrebs. Es ging darum, das Leben einfach geschehen zu lassen – und sowohl die Ruhe als auch das Chaos gemeinsam zu genießen.

Warum Trancalmate wichtig ist

Trancalmate hat mir etwas Kraftvolles bestätigt: Wenn Frauen mit oder nach Brustkrebs in einem solchen Rahmen zusammenkommen, verändert sich etwas. Der Ozean fordert heraus und belohnt, Yoga eröffnet einen Weg zurück zum eigenen Körper, das Essen nährt, und gemeinsames Lachen knüpft unsichtbare Fäden zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären.

Am Ende der Woche konnte man es sehen – das Leuchten in den Augen, die neue Haltung, das Gefühl von Zugehörigkeit, das Welle für Welle gewachsen war. Ich fühle mich geehrt, dass die Chicas mir ihr Vertrauen geschenkt haben, sie durch die Wellen zu begleiten.

Sei dabei bei den nächsten Camps

Auch dieses Mal hat mich Trancalmate tief dankbar und inspiriert zurückgelassen. Es hat bestätigt, was ich immer schon geglaubt habe: Surfen kann Türen öffnen – zu Stärke, Freude und Gemeinschaft – auf eine Weise, die nichts anderes vermag. Brustkrebs ist schrecklich. Doch Surfen mit Brustkrebs kann so viele positive Erfahrungen ermöglichen.

Wenn du wissen möchtest, wann das nächste Camp stattfindet, abonniere unsere Newsletter – dort teilen wir alle Neuigkeiten. Ich freue mich jetzt schon darauf, noch mehr Frauen auf dieser Reise aus Wellen, Emotionen und unvergesslichen Momenten willkommen zu heißen.

Sea you in the ocean soon, Besos Angie

NOMB-Changes-Surfday-Bern-2025_1
EventInklusion

SurfDay Bern 2025 – Wellenreiten ohne Ozean

Zum dritten Mal schon brachte der SurfDay Bern Familien, Freund*innen und jede Menge Surf-Stoke mitten in der Schweiz zusammen. Und auch wenn wir es nicht zum ersten Mal gemacht haben – die Aufregung und Freude waren genauso groß wie in den vergangenen Jahren.

Philipp von der Reformierten Kirche Bern – unser großartiger Co-Partner für den SurfDay – begrüßte uns mit einem riesigen Lächeln. Die Sonne war auf unserer Seite und schien fast zu rufen, dass es Zeit für eine Abkühlung im kühlen Wasserbecken wäre. Mit einer letzten Tasse Kaffee in der Hand war das NOMB Changes Team bereit für einen weiteren unvergesslichen Tag.

Schon bald trafen die ersten Familien ein, neugierig und voller Vorfreude auf etwas Neues. Die Kinder, anfangs oft noch schüchtern, verwandelten ihre Zurückhaltung schnell in Begeisterung. Bald kam die magische Frage: „Können wir jetzt endlich surfen?“ Und natürlich auch die klassische, etwas verwunderte Bemerkung: „Aber… es gibt doch gar keine Wellen!“ Stimmt – keine Ozeanwellen in Bern. Doch sobald die Bretter das Wasser berührten, war der Surfspirit da. Denn SurfDay war nie nur das Wellenreiten selbst. Es geht darum, eine inklusive Gemeinschaft zu schaffen, in der jede*r willkommen ist und Freude geteilt wird – unabhängig von Hintergrund oder Fähigkeiten.

Diese Freude wurde besonders spürbar, als zwei Jungs als Erste ins Becken stiegen. Beide sind mit Autismus diagnostiziert und bevorzugen es, Dinge langsam anzugehen. Was sie brauchten – und was die SurfDay-Community ihnen gab – war eine Atmosphäre aus Vertrauen, Geduld und Liebe. Und es funktionierte. Nach der Session kam der Jüngere strahlend angelaufen und rief stolz:
„Ich bin gesurft! Und ich bin sogar unter dem Board durchgetaucht! Ich komme nächstes Jahr wieder!“

Momente wie diese zeigen, was SurfDay wirklich bedeutet: Barrieren überwinden, Selbstvertrauen aufbauen und deutlich machen, dass Surfen nicht nur ein Sport ist – sondern eine Möglichkeit, sich zu verbinden, Inklusion zu leben und das Leben miteinander zu feiern.

Gemeinsam mit den Familien hat NOMB Changes an diesem Tag auch Inspiration für zukünftige Surfprojekte gesammelt – und die nehmen wir mit Freude mit. Also bleibt gespannt: Es gibt bald spannende Neuigkeiten!

👉 Jetzt für unseren newsletter anmelden und zuerst von neuen Projekten erfahren.

Gruppenbild_1
InklusionEvent

Waves of Inclusion – Surfing Without Limits

Die Aufregung, die ein*e NOMB Changer empfindet, wenn eine Person im Rollstuhl mit einem strahlenden Lächeln die Straße überquert, um hinunter zum Wasser zu gelangen, ist kaum in Worte zu fassen. Genau das ist es, worum es bei Waves of Inclusion geht: Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen aufs Board zu bringen und sie die Magie des Surfens spüren zu lassen.

Zum zweiten Mal fand dieses besondere Event statt – und die Begeisterung war von Anfang an riesig. Kaum hatte die SwissWaveAcademy das Boot ans Ufer gebracht und startklar gemacht, warteten die ersten Teilnehmer*innen schon voller Vorfreude und Mut. Die Wakewellen auf dem Vierwaldstättersee wurden zu einem Ort, an dem Barrieren verschwanden und nur noch eines zählte: Gemeinschaft, Vertrauen und Freude.

Von der ersten Minute an war spürbar, wie kraftvoll Solidarität und gegenseitige Unterstützung wirken können. Eine junge Frau, die bereits beim ersten Waves of Inclusion dabei gewesen war, übernahm sofort eine inspirierende Rolle. Mit ihrer Offenheit und ihrem Mut machte sie den ersten Schritt, paddelte hinaus und surfte die ersten Wellen. Ihre Begeisterung steckte an: Sie stärkte das Selbstvertrauen der anderen im Boot und zeigte, was möglich ist, wenn man sich traut.

Und als schließlich die ersten Wellen gesurft wurden, war das Glück allgegenwärtig. Kai von der SwissWaveAcademy konnte seine Freude kaum zurückhalten – er rief begeistert, tanzte vor Energie und feierte jede einzelne Fahrt über das wunderschöne Wasser des Vierwaldstättersees.

Waves of Inclusion ist weit mehr als nur ein Surf-Event. Es ist ein Statement: Inklusion ist keine Theorie – sie ist gelebte Realität. Jeder Mensch – unabhängig von Einschränkungen – hat das Recht, Abenteuer zu erleben, Freiheit zu spüren und Teil einer unterstützenden Gemeinschaft zu sein.

Und genau das wurde an diesem Tag sichtbar: Freude, Mut und die pure Kraft des Miteinanders.

Du willst wissen, wann das nächste “Waves of Inclusion”-Event stattfinden wird?
👉 Dann melde dich jetzt für unseren Newsletter an und verpasse keine Infos mehr. Wir freuen uns auf dich!

NOMB-Changes-Surfday-Bern-2025_7
EventEmpowermentSurfen als Therapie

Mitmachen im Verein: Wie du NOMB Changes aktiv mitgestalten kannst

Unser Verein ist lebendig, bunt und voller Visionen – und du bist ein wichtiger Teil davon. Bei NOMB Changes geht es nicht nur darum, dabei zu sein – sondern mitzugestalten, Ideen einzubringen und gemeinsam Veränderung möglich zu machen. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du bei NOMB Changes mitmachen kannst – konkret, flexibel und genau so, wie es zu dir passt. Ob langjähriges Mitglied oder ganz neu dabei: Dein Engagement zählt!

Warum es sich lohnt, aktiv zu werden

Viele unserer Mitglieder erzählen, wie viel es ihnen bedeutet, sich bei NOMB Changes einzubringen:

  • Sinn erleben – durch Mitarbeit an sinnvollen Projekten
  • Verbindungen knüpfen – mit Gleichgesinnten aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten
  • Wachstum erleben – persönlich und gemeinschaftlich

Denn: Wir sind mehr als ein Verein – wir sind eine Community mit Wirkung.

Unser gemeinsames Element ist das Surfen – als Werkzeug für Wandel. Wir glauben daran, dass Surfen mehr sein kann als ein Sport: ein Zugang zur Natur und zum Schutz der Ozeane, ein Weg, den eigenen Körper und Geist zu stärken, ein Raum, um Barrieren zu überwinden und Menschen zu empowern. Mit jedem Projekt, das wir gemeinsam umsetzen, verfolgen wir unsere Vision von Veränderung – für Nature – Ocean – Mind – Body.

Team von NOMB Changern und Pfarrer Philipp beim Surf-Event in Bern

Wie du bei NOMB Changes mitmachen kannst

Hier findest du konkrete Möglichkeiten, aktiv zu werden – egal, wie viel Zeit du hast:

Ideenwerkstatt
Du hast kreative Ideen für neue Formate, Aktionen oder Projekte? Egal ob Mini-Event, Podcast-Folge, Workshop oder Newsletterrubrik – wir sind offen für deine Inspiration. Bei uns zählt nicht Perfektion, sondern Mut zur Idee!

Volunteering – vor Ort oder digital
Du willst konkret helfen? Bei Surf-Retreats, Workshops oder Events brauchen wir helfende Hände: Aufbau, Moderation, Begleitung, Awareness-Team. Digital kannst du Texte übersetzen, Blogbeiträge schreiben, Social Media supporten oder mitorganisieren.

Backoffice & Orga
Wenn du Listen liebst, E-Mails magst oder Ordnung ins kreative Chaos bringen kannst – das Backoffice-Team freut sich auf dich! Zum Beispiel für Mitgliederkommunikation, Terminkoordination oder Toolpflege.

Netzwerk & Connections
Du kennst inspirierende Menschen, Initiativen oder Organisationen, die zu uns passen? Stell sie uns vor oder bring sie zu einem unserer offenen Netzwerktreffen. Dein Netzwerk ist wertvoll!

NOMB Changes in die Welt tragen
Ob über Instagram, einen Blogartikel oder im persönlichen Gespräch – wenn du über uns sprichst, wächst unsere Wirkung. Teile unsere Vision, zeig dich als aktives Mitglied und motiviere andere, auch dabei zu sein.

Was steht als Nächstes an?

Wirf gerne einen Blick auf unsere kommenden Projekte – vielleicht ist genau DEINE Rolle dabei:

  • Trancalmate: 7-tägiges Empowerment-Surfretreat für Frauen mit oder nach Brustkrebs (Herbst 2025, Galicien) → Unterstützung gesucht im Bereich Foto & Video Produktion
  • Goldies Surf Gang: 7-tägiges Surfcamp für Frauen über 60 (Herbst 2025, Galicien) → Unterstützung gesucht im Bereich Foto & Video Produktion
  • Offenes Community-Treffen im Herbst (online) → Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen oder selbst ein Mikroformat zu hosten

Noch kein Mitglied?

Dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt! Werde Teil von NOMB Changes – mit deiner Stimme, deiner Kraft und deiner Liebe zum Ozean:
👉 Jetzt Mitglied werden

Fazit: Es braucht dich!

Mitmachen im Verein bedeutet: Teil von etwas Größerem sein. Bei NOMB Changes kannst du wachsen, gestalten, etwas bewegen – in deinem Tempo und mit dem, was du einbringen möchtest. Du bist nicht „nur Mitglied“. Du bist ein Teil der Veränderung. Und wir freuen uns riesig auf deine Ideen, deine Zeit und deine Energie!
Surf for change – together!

#Trancalmate Vol.2
EmpowermentEventSurfen als Therapie

Empowerment auf der Matte und in den Wellen: Ein Gespräch mit Anna Götz, Organisatorin von Trancalmate

Surfen nach Brustkrebs ist mehr als nur zurück aufs Brett zu steigen – es bedeutet, sich den eigenen Körper, die eigene Freiheit und die eigene Lebensfreude zurückzuholen. Es ist ein radikaler Akt der Selbstermächtigung. Weltweit entdecken immer mehr Frauen das Meer als Ort der Heilung und Kraft – Bewegung, Gemeinschaft und Natur werden zu Werkzeugen für Regeneration und Widerstand.

Trancalmate ist eines der wenigen Surf- & Yoga-Camps, das speziell für Frauen* mit oder nach Brustkrebs konzipiert wurde. Es geht nicht darum, wieder „die Alte“ zu werden – sondern darum, mutig und ehrlich den eigenen Weg weiterzugehen. Mit Humor. Und mit Herz.
Im Zentrum dieses empowernden Raums steht Anna GötzYogalehrerin und visionäre Organisatorin, die genau weiß, wie es sich anfühlt, von vorn anzufangen – und wie stark es macht, das gemeinsam zu tun.

Wir haben mit Anna über die tiefere Bedeutung von Trancalmate gesprochen – darüber, wie Yoga und Surfen Frauen mit Brustkrebs unterstützen können, wie gelebtes Empowerment konkret aussieht und warum dieses Camp so viel mehr ist als nur Sport.


Du bist bei den Trancalmate-Camps als Yoga-Lehrerin mit dabei – in welchen Momenten siehst/erlebst du dabei Female Empowerment?
In vielen, aber eigentlich fängt es bei der Anmeldung an. Wir führen im Vorfeld mit jeder Teilnehmerin recht aufwendige Vorgespräche. Die Frauen müssen abchecken, was noch medizinisch geklärt werden muss, wie das mit den Medikamenten, den Narben, dem Port läuft, vielleicht gibt es Familie, kleine Kinder, Haustiere, Partner*in, einen Job – wie klappt das, wie finden die das? Urlaub nach so einer langen Erkrankung. Und dann noch weit weg.

Wenn die Teilnehmerinnen zuhause alle Fragen geklärt haben und mir dann am Telefon sagen: Hey, ich machs, ich bin dabei! Dann kann ich in ihrer Stimme hören, dass ihre Augen funkeln, sie gerade ein bisschen größer und aufrechter geworden sind, und es in ihnen hüpft und tanzt. Mit oder nach Brustkrebs liegt ein echtes Female Empowerment in dem Moment, in dem sich Frauen ihr Leben zurückholen!

Was hat dich dazu bewegt, als Yogalehrerin das Trancalmate Camp zu gründen?
Surfen oder Yoga werden oft mit einem fancy Lifestyle vermarktet und gleichzeitig bieten sie in Kursen so wenig Raum jenseits der Norm.

Ich bin selbst vor 10 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Nach der Behandlung hatte ich den Eindruck, dass ich mit meinen 1 ½ Brüsten nirgends mehr so richtig reinpasse: beim Schwimmen hatte ich Komplexe, beim Joggen Schmerzen, in meinem Yoga-Kurs konnte ich nicht auf dem Bauch liegen, und dann die ärztliche Empfehlung zum Senioren-Reha-Sport … da war ich zwei Mal, und nie wieder.

Zwischen Trotz und Neugier habe ich dann eine mehrjährige Ausbildung für therapeutisches Yoga gemacht. Mit Wissen über Anatomie, Wirkung und Traditionen habe ich gelernt, Übungen an Bedürfnisse und Möglichkeiten anzupassen. Durch eine Anfrage des Tumorzentrums in Bonn kam ich mit „Yoga für krummes Gemüse“ zum Unterrichten. Ich liebe es einfach noch immer so sehr, Bewegungsabläufe für Menschen individuell zu entwickeln und beobachten zu dürfen, wie sie dadurch mit ihren chronischen Erkrankungen, Amputationen oder in der Nachsorge besser zurechtkommen. In konventionellen Yogastudios ist dafür meistens kein Platz, keine Zeit und keine Expertise.

Angie von NOMB Surf hat da eine ähnliche Herangehensweise wie ich. Beim Surfen und im Yoga gibt es Bewegungsabläufe, die nach Brust-OPs unangenehm, sogar schmerzhaft sind. Es ist einfach ein Mega-Gefühl, mit ihr zusammen darauf einzugehen und die Frauen darin zu begleiten, in eigenen Bewegungsabläufen über sich hinauszuwachsen!

NOMB Changes fokussiert sich im Jahr 2025 auf Female Empowerment. Mal allgemein gefragt: Wie fördert Yoga das Empowerment von Frauen?
Durch ein positives Körpergefühl, Selbstakzeptanz, innere Balance und Resilienz, körperliche und mentale Stärke, und der Austausch untereinander, der uns verbunden fühlen lässt. Yoga besteht ja nicht nur aus Asanas (Körperübungen), sondern vor allem auch aus Atemtechniken, Meditation und der Beschäftigung damit, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen möchten.

Im Sanskrit bedeutet Yoga „Anknüpfen“ oder „Verbundenheit“. Mit Blick auf soziale Ungerechtigkeit ist Verbundenheit wahrscheinlich die Superpower im Empowerment!

Gibt es spezielle Yoga-Techniken, die Frauen helfen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken?
Haha, bestimmt würden Insta, Youtube und KIs die sogenannten “starken Asanas” vorschlagen wie die Krieger-Positionen oder den Kopfstand. Das ist mir zu viel Optimierungs-Lifestyle.


Long story short: Ausatmen. Und dann aufrichtig beobachten, was passiert. Keine Sorge, das Einatmen ist ein Überlebensreflex, das passiert von ganz alleine. Alles gehen zu lassen und sich selbst dabei aushalten zu müssen/können/dürfen, das stärkt unser Selbstbewusstsein. Gib einen Scheiß drauf, wie du oder die anderen beim Yoga aussehen.

    Wie setzt ihr beim Trancalmate Camp Female Empowerment in der Praxis um?
    Indem wir für Breasties einen Safe Space schaffen. Diese Frauen haben meistens richtig was hinter sich. Sie bringen ja nicht nur einen verwundeten, verunsicherten Körper mit, sondern auch Ängste und eine starke Erschöpfung. Wir coachen die Frauen so, dass sie vieles ausprobieren können ohne etwas zu müssen. Mal leise rantasten, mal johlend ins kalte Wasser springen, in die Entspannung auf der Matte dahinschmelzen oder sich abends in einen wohligen Muskelkater fallen lassen.

    Anstrengung, Schmerzen, Müdigkeit – irgendwie wird alles neu codiert! Wir haben das nie so als Konzept formuliert, aber es passiert von ganz alleine: Die Frauen spüren, dass sie gerade Kontrolle über ihr Leben zurückgewinnen, entwickeln neue Pläne, sind frech, mutig und fordernd. Und das nehmen sie mit nachhause.

    Und ich finde, das Camp stärkt auch Female Empowerment in unserem Team. Wir sind drei sehr unterschiedliche, sehr starke Frauen und machen da unser Ding. Wir müssen immer mal wieder was ändern und überdenken, aber wir lassen uns da nicht reinquatschen. Weil’s was bringt und bockt. Weil es sich richtig anfühlt. Weil die Erfahrung mit den Teilnehmerinnen unser Herz wärmt und uns stolz macht, einen positiven Impact geben zu können!

    Was lässt sich daraus für den Alltag mitnehmen/ableiten?
    Also, wenn eine der Frauen der Lärm im Brust-MRT an ihre erste Waschmaschine im Weißwasser erinnert und dabei Pläne für den nächsten Urlaub oder einen neuen Sport schmiedet, dann hat sie dem Krebs mal nen ziemlich selbstermächtigten, lebendigen Stinkefinger gezeigt!

    Eine herzliche Umarmung und ein riesiges Dankeschön an Anna für dieses ehrliche und inspirierende Interview – und für die großartige Arbeit, die sie leistet, um Frauen* durch Bewegung, Gemeinschaft und Mut zu empowern.


    Empowerment gemeinsam möglich machen
    Beim kommenden 4. Trancalmate-Camp ist erneut unsere Mitgründerin und Surfcoachin Angie mit dabei – ihre inklusive Herangehensweise ermöglicht es jeder Frau auf ihre ganz eigene Art (zurück) in die Wellen zu finden.
    Auch Ray, aktives NOMB Changes Mitglied und Head of Communication & PR, wird das Team vor Ort verstärken – mit ihrer Leopardinnen-Energie und kreativen Leidenschaft sorgt sie in der Küche für nährende, soulfood-verdächtige Mahlzeiten.

    Projekte wie Trancalmate schaffen Räume, die Leben verändern – für Frauen mit und nach Brustkrebs. Räume der Heilung, der Stärke und der Solidarität. Mit deiner Unterstützung können wir genau solche Räume weiterhin ermöglichen. Jeder Beitrag macht einen Unterschied – jede Welle zählt.

    👉 Jetzt spenden und empowernde, inklusive Surf- & Yoga-Erfahrungen mitgestalten.
    💜 Mehr erfahren über unsere Vision und wie du Teil davon werden kannst.

    EventCommunitySchatzkiste

    Schatzkiste: Make A Wave 2024

    Es gibt etwas Unbestreitbares, etwas Kraftvolles am Ozean. Am Wellenreiten. Und daran, Veränderungen in dieser Welt zu bewirken. „MakeAWave“ von SurfAid – 30 Tage lang jeden Tag eine Welle zu surfen – vereint all das in einer Herausforderung für das Herz. Diese Herausforderung im September 2024 war daher ein Muss für unsere NOMB Changers. Da sowohl Angie als auch Chicken direkt am Ozean leben, hatten sie sich fest vorgenommen, jeden Tag im September eine Welle zu reiten – alles für einen guten Zweck. Angie surfte in Fuerteventura und Galicien, während Chicken alle Wellen rund um Oahu, Hawaii, erkundete.

    Da NOMB Changes eine Organisation ist, die tief in Gemeinschaft, Ermächtigung und Inklusion verwurzelt ist, war es keine Frage für uns, die Herausforderung „MakeAWave“ anzunehmen. Eine Bewegung von SurfAid, die Menschen in abgelegenen Surfgebieten der Welt unterstützt und ihnen sauberes Wasser, Gesundheitsversorgung und Ernährungssicherheit bringt. Es geht also nicht nur darum, Wellen im Wasser zu reiten, sondern darum, Veränderungen weit über die Küste hinaus zu schaffen. Jede gesurfte Welle ist eine Metapher für die Veränderungen, die wir bewirken möchten – eine Welle, die sich auf unser Leben, unsere Gemeinschaften und unsere Welt ausbreitet. Jede Person, die teilnimmt, geht ein Commitment ein: Für sich selbst, für die Umwelt, aber besonders für die Menschen, die es am meisten brauchen, die Menschen in abgelegenen Surfgebieten der Welt. Chicken und Angie waren bereit, dieses Commitment einzugehen.

    Jeden Tag eine Welle – auch nachts oder mit schlechter Laune

    Wenn du dich verpflichtest, jeden Tag eine Welle zu reiten, wirst du auch jeden Tag eine Welle reiten. Auch wenn das bedeutet, ganz alleine ins Wasser zu gehen, wenn die Nacht bereits hereingebrochen ist. Auch wenn es bedeutet, um 5 Uhr morgens aufzustehen, um vor der Arbeit noch eine Welle zu erwischen. Auch wenn du mal keine Lust aufs Surfen hast – du wirst surfen. Das macht einen manchmal zu einem grummeligen Chicken, aber nach der Welle weißt du, dass es das alles wert ist, und du denkst dir: Ja, das ist EPIC!

    Wir merkten schnell, dass die MakeAWave-Wellen unser Herz trafen – es fühlt sich so an, als hätten diese Wellen meilenweit gereist, um uns zu erreichen. Es fühlt sich an, als ob diese besondere Welle Menschen auf so viele Arten zusammenbringt. Menschen, die die Wellen surfen, Menschen, die die Wellen durch Spenden unterstützen, Menschen, die in der Lineup inspirieren, und Menschen aus all diesen Gemeinschaften weltweit.

    Das ist, was wir lieben. Wir finden das wirklich epic. Also haben wir geshreddet, als Mitglieder des Shredders-Teams. Wir haben jeden einzelnen Tag geshreddet. Diese 30-Tage-Herausforderung war nicht nur ein persönlicher Ausdauertest, sondern auch eine Chance, Stimmen zu verstärken, Bewusstsein zu schaffen und andere einzuladen, sich zu engagieren. Jede Welle ist ein kleiner Sieg – gegen Gleichgültigkeit, gegen Zweifel und für Taten. Denn im Ozean sind wir alle gleich, reiten die gleichen Wellen, stellen uns den gleichen Strömungen und teilen die gleiche Begeisterung. Und das, was wir am meisten lieben, ist die Chicken-Begeisterung.

    Warum also nicht selbst mitmachen? 30 Tage lang haben wir nicht nur für uns selbst gesurft, sondern für die Welt um uns herum. Und wir wurden an die Kraft der Gemeinschaft, die Stärke unseres Geistes und die tiefgreifende Wirkung erinnert, die selbst die kleinsten Taten haben können. Zusammen mit SurfAid als NOMB Changes bewirken wir nicht nur Wellen – wir bewirken einen Unterschied.


    Wenn auch du an die positive Wirkung des Surfens glaubst, zieh in Erwägung, selbst ein NOMB Changer zu werden oder spende, um uns zu helfen, unvergessliche Wellen zu schaffen.

    EventCommunityInklusionSchatzkiste

    Schatzkiste: Surf Day Bern 2024 (Community Surf)

    Hey, ich bin Chicken, eine der Mitgründerinnen von NOMB Changes, und ich glaube fest daran, dass Surfen etwas ist, das jeder machen und genießen kann.

    Der inklusive Surf Day 2024 bei der Badi Köniz, organisiert in Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche Köniz, war ein großer Erfolg. Zahlreiche Kinder und Familien versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein, um einen Nachmittag voller Spaß und Abenteuer zu erleben. In unserer zweiten Auflage hatten wir sogar mehr Anmeldungen als im Vorjahr.

    Ziel war es, allen Teilnehmer*innen, unabhängig von ihren physischen oder mentalen Fähigkeiten, die Möglichkeit zu geben, das Surfen kennenzulernen und die Freude am Wassersport zu entdecken.

    Unser begeistertes Team war voller Vorfreude und stellte sicher, dass jedes Kind die Unterstützung erhielt, die es brauchte. Vom ersten Kontakt mit dem Surfbrett über Gleichgewichtsübungen im Balancebereich bis hin zu den ersten Wellen auf dem Wasser – die Begeisterung der Teilnehmer*innen war spürbar. Das Jubeln, Quietschen und Lachen war im gesamten Poolbereich unverkennbar. Wir stellten uns vor, dass die größten Wellen der Welt gesurft wurden.

    A surf day well spend in Bern

    Es war besonders erfreulich zu sehen, wie alle unsere Surfer*innen, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, die Herausforderung annahmen und mutig auf das Surfbrett stiegen.

    Ein inklusiver Surf Day für alle

    Dank der professionellen Anleitung und einfühlsamen Betreuung konnten selbst die jüngsten Teilnehmer*innen und diejenigen, die zum ersten Mal auf einem Surfbrett standen, Erfolge feiern.

    Die inklusive Ausrichtung des Surf Days sorgte dafür, dass niemand ausgeschlossen wurde – im Gegenteil: Es war ein Tag, an dem jeder die Gelegenheit hatte, das Surfen auszuprobieren.

    Die Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche Köniz trug ebenfalls wesentlich zum Erfolg des Tages bei. Ihre Unterstützung schuf nicht nur den organisatorischen Rahmen, sondern auch einen Raum, in dem Werte wie Zusammenhalt, Akzeptanz und die Freude am Miteinander gelebt wurden.

    Der Surf Day bei der Badi Köniz war mehr als nur eine Tagesveranstaltung – ich glaube, es war ein Erlebnis, an das sich alle Teilnehmer*innen, jung und alt, erinnern werden. Auf jeden Fall für uns bei NOMB Changes!

    Dieser Tag hat einmal mehr bewiesen, dass Inklusion nicht nur ein Ziel, sondern eine lebendige Realität ist, die Freude, Zusammenhalt und positive Energie schafft.

    Wenn auch du an die positive Wirkung des Surfens glaubst, zieh in Erwägung, selbst ein NOMB Changer zu werden oder spende, um uns zu helfen, unvergessliche Wellen zu schaffen.

    EventCommunitySchatzkisteSurfen als Therapie

    Schatzkiste: Waves of Inclusion II 2024 (Para Surf)

    Hey, ich bin Chicken, einer der Mitbegründerinnen von NOMB Changes und fest davon überzeugt, dass Surfen für Jeden möglich ist.

    Waves of Inclusion II war ein Event, das ich toll fand und den man nicht so schnell vergisst. Die strahlenden Gesichter der Teilnehmenden, Zuschauer:innen und Helfer:innen verrieten die Begeisterung, die dieser besondere Tag mit sich brachte.

    Im Zentrum stand das Ziel, Menschen mit körperlichen und/oder mentalen Beeinträchtigungen die Freude am Wakesurfen zu ermöglichen – und das in einer der spektakulärsten Kulissen der Schweiz, dem Vierwaldstättersee. Nachdem vor einigen Monaten bereits die stehende Welle gemeistert wurde, ging es diesmal auf das offene Wasser.

    Dank der großartigen Unterstützung der SwissWaveAcademy, die dieses Erlebnis erst möglich machte, wurde der Tag zu einem vollen Erfolg.

    Para Surfing auf dem Luzerner See

    So wurden an einem heißen, sonnigen Samstag die 5 Teilnehmenden von einem hochmotivierten Team von Freiwilligen empfangen. Sie ermutigten alle, ins kühle Nass zu springen und das Abenteuer Wakesurfen in Angriff zu nehmen. Für viele war es das erste Mal, dass sie sich auf eine Welle wagten – und die landlocked Wakesurf-Welle des Vierwaldstättersees hatte es in sich!

    Doch die Herausforderung wurde mit Begeisterung angenommen. Jeder erfolgreiche Surf auf der Welle wurde von lautem Jubel und Applaus begleitet. Diese Wellen der liessen die Stimmung über den ganzen See hinweg pulsieren. Das Lachen und die Freude der Teilnehmenden waren unüberhörbar.

    Der Erfolg dieses Events lag nicht nur in den sportlichen Leistungen, sondern vor allem in der einzigartigen Atmosphäre. Die Freiwilligen unterstützten die Teilnehmenden nicht nur technisch, sondern auch emotional – und genau das machte den Tag so besonders. Die positive Energie war spürbar, und der See wurde zum Schauplatz eines Events, das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich inspirierte.

    Para Surf Event on Lake Lucern

    Waves of Inclusion II war mehr als nur ein Event – es war ein kraftvolles Zeichen dafür, dass inklusives Surfen nicht nur möglich, sondern einfach epic ist. Der Tag zeigte, dass wir gemeinsam jede Welle dieser schönen Welt surfen können, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und zusammenhalten.

    Wenn auch du an die positive Wirkung des Surfens glaubst, überlege, selbst ein NOMB Changer zu werden oder spende, um uns zu helfen, unvergessliche Wellen zu schaffen.

    EventSchatzkisteSurfen als Therapie

    Schatzkiste: LPA Surf City No Limits 2024 (Para Surf)

    Aloha, ich bin Angie, eine der Mitgründerinnen von NOMB Changes, und ich glaube fest an die positive Wirkung des Surfens.

    Beim LPA Surf City No Limits 2024 (einem Para Surf Wettbewerb auf Gran Canaria, Kanarische Inseln) habe ich es kürzlich wieder mit eigenen Augen gesehen. Über 40 Para-Surfer aus ganz Europa traten in 9 verschiedenen Kategorien gegeneinander an.

    Nachdem ich in den letzten Jahren mit ihm trainiert habe, habe ich den majorero Para-Surfer Christopher Fernandéz während des Wettbewerbs sowohl im als auch außerhalb des Wassers unterstützt. Und die Begeisterung von Cris war kaum zu übertreffen. Für diejenigen von euch, die sich nicht so gut mit Wettkampf Para Surf auskennen, hier ein paar Infos.

    Kategorien von Para Surf

    Definiert von der ISA (International Surfing Association) gibt es 9 verschiedene Kategorien für Para Surf Wettbewerbe:

    1. Stand 1: Jeder Surfer, der eine Welle im Stehen reitet und eine Amputation der oberen Extremitäten, eine angeborene Beeinträchtigung oder eine gleichwertige Beeinträchtigung hat oder kleinwüchsig ist.
    2. Stand 2: Jeder Surfer, der eine Welle im Stehen reitet und eine Amputation unterhalb des Knies, eine angeborene Beeinträchtigung oder eine gleichwertige Beeinträchtigung hat, oder eine unterschiedliche Beinlänge.
    3. Stand 3: Jeder Surfer, der eine Welle im Stehen reitet und eine Amputation oberhalb des Knies, eine Amputation beider unterer Extremitäten oder eine gleichwertige angeborene Beeinträchtigung hat.
    4. Kneel: Jeder Surfer, der eine Welle kniend oder sitzend ohne Paddel reitet und eine Amputation oberhalb des Knies, eine Amputation beider unterer Extremitäten oder eine gleichwertige angeborene Beeinträchtigung hat.
    5. Sit: Jeder Surfer, der eine Welle in sitzender Position reitet und dabei keine Hilfe benötigt, um in die Welle zu paddeln und sicher wieder auf das Brett zu kommen.
    6. Prone 1: Jeder Surfer, der eine Welle in Bauchlage reitet und dabei keine Hilfe benötigt, um in die Welle zu paddeln und sicher wieder auf das Brett zu kommen.
    7. Prone 2: Jeder Surfer, der eine Welle in Bauchlage reitet und dabei Hilfe im Wasser benötigt, um in die Welle zu paddeln und sicher wieder auf das Brett zu kommen.
    8. Sehbehinderung 1: Jeder Surfer, der eine Welle im Stehen reitet und die IBSA-Klassifikation Stufe B1 hat.
    9. Sehbehinderung 2: Jeder Surfer, der eine Welle im Stehen reitet und die IBSA-Klassifikation Stufe B2 oder B3 hat.

    Diese Liste beeindruckt mich zutiefst. Stell dir vor, du paddelst hinaus, ohne sehen zu können, oder bist gelähmt. Oder, wie im Fall von Christopher, du kommst auf das Brett, obwohl du nur eine Seite deines Körpers eingeschränkt nutzen kannst. Unglaublich!

    Para Surf Wettkampf auf Gran Canaria

    Cris trat in zwei Heats an, beide mit sehr starker Konkurrenz. Am zweiten Tag waren die Meeresbedingungen ziemlich anspruchsvoll, sodass Cris näher am Strand blieb, da das Hinauspaddeln sehr herausfordernd war. Er belegte den dritten Platz in seinem zweiten Heat und musste daher den Wettbewerb verlassen, aber wir waren dennoch sehr zufrieden mit seiner Leistung.

    Viel mehr Arbeit, als es scheint

    Nicht jeder ist für ein wettbewerbsorientiertes Umfeld gemacht. Du musst in einem vorgegebenen Zeitrahmen liefern, unabhängig von deinem physischen und mentalen Zustand und allen äußeren Einflüssen. Es erfordert hartes Training, um sich auf solche Situationen vorzubereiten. Simulationen von Heats, Surfen unter Druck und in “außerhalb der Komfortzone”-Bedingungen sind nur einige der Werkzeuge, die wir verwendet haben, um Cris auf diesen Para Surf Wettbewerb vorzubereiten.

    Neben dem eigentlichen Surfen nimmt Cris regelmäßig an Schwimmkursen teil und wird von Physiotherapeutin Anne behandelt. Anne konzentriert sich darauf, die Mobilität und Flexibilität der rechten Körperseite von Cris zu verbessern, wobei sie besonderes Augenmerk auf seinen rechten Arm legt.

    Cris’ Mutter Loli ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil von Cris’ Training. Sie ist seine Motivation, sein Ansporn, sein größter Fan und diejenige, die Cris’ Weg durch seine Profikarriere erleichtert. Schau dir Cris’ begeistertes Support-Team an.

    All diese harte Arbeit hat sich beim LPA Surf City 2024 ausgezahlt, und ich bin unglaublich stolz auf Cris und das, was er erreicht hat. Nach einer kleinen Pause sind wir jetzt wieder im Training und genießen die warmen Sommerwellen hier auf Fuerteventura.

    Glaubst du auch an die positive Wirkung des Surfens und möchtest du Projekte wie Cris’ Para-Surf-Training unterstützen? Werde ein NOMB Changer oder spende, um uns zu helfen, unvergessliche Wellen zu schaffen.

    EventEmpowermentSchatzkisteSurfen als Therapie

    Schatzkiste: Waves of Inclusion 2024 (Para Surf)

    Hey, ich bin Chicken, eine der Gründerinnen von NOMB Changes und fest davon überzeugt, dass Surfen für jeden möglich und genießbar ist.

    Dank „Waves of Inclusion“ von NOMB Changes in Zusammenarbeit mit der SwissWaveAcademy haben wir Ende April in der Schweiz ein Para Surf Event organisiert.

    Es war ein Abend voller Mut, Entschlossenheit und der Kraft der Gemeinschaft. Ein Abend, der zeigte, dass das scheinbar Unmögliche möglich ist: Surfen auf einer stehenden Welle für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.

    Zwei beeindruckende Para-Surferinnen

    Es waren Anja und Cori, zwei beeindruckende Frauen, die im Rollstuhl sitzen, die sich entschieden haben, mit uns allen gemeinsam die Wellen zu erobern. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einer epic Energy machten sie sich auf den Weg, die Herausforderungen des Wassers anzunehmen.

    Doch bevor es auf die Wellen ging, stand der gemütliche Willkommensapéro an. Hier lernte sich die bunte Truppe kennen, tauschte Geschichten aus und schuf eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens. Die anfängliche Nervosität wich schnell der Freude, Teil einer so unterstützenden Gemeinschaft zu sein.

    Und dann war es soweit – der Moment, auf den alle gewartet hatten: das Surfen auf der stehenden Welle. Unter dem begeisterten Jubel und der Unterstützung der SwissWaveAcademy und den NOMB-Changers wagten sich Anja und Cori in die Welle. Es war ein ergreifender Moment, als sie gemeinsam die ersten Wellen bezwangen, und ein Beweis dafür, dass nichts unmöglich ist, wenn man gemeinsam glaubt und dafür lebt.

    Einfach tolle Para Surf Momente

    Was folgte, waren weitere Momente der Freude und des Stolzes, begleitet von herzlichen Umarmungen. Es waren Augenblicke, die die Macht der Inklusion und des gemeinsamen Erfolgs spürbar machten – Momente, die zeigten, dass Inklusion nicht nur eine Idee für uns ist, sondern eine lebendige Haltung und Handlung.

    Dieses Para Surf Abenteuer war mehr als nur das Erobern von Wellen; es war ein Symbol für die Kraft der Menschlichkeit und die Fähigkeit, gemeinsam über Grenzen hinwegzugehen. Denn am Ende des Tages sind Wellen für alle da – und jeder kann das Glück spüren, das sie bringen.

    Jetzt sind wir aufgeregt und freuen uns auf unser zweites Para Surf Event von Waves of Inclusion: Wakesurfen auf einem See im Sommer 2024. Bleib dran!